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(Quelle: Wochenblatt, 10. Oktober 1998)

"Souvenirs Souvenirs" – eine musikalische Reise in die 50er Jahre

Revuepremiere in der Feuerwache ein voller Erfolg

"Es hat sich gelohnt, dafür nach Mannheim zu fahren", begeisterte sich eine Besucherin, "es war einfach toll, jedes Lied hab` ich gekannt!" So sah es auch das Publikum in der vollbesetzten Feuerwache, das mit Klatschen und Trampeln von den Akteuren der durchweg spritzigen 50er Jahre Revue "Souvenirs Souvenirs" Zugaben verlangte. Nicole Metzger, Simone Pohl, Kalliope Eberhardt, Frank Landua, Peter Baltruschat und die Band unter Leitung von Joe Völker vom KulturNetz Mannheim Ludwigshafen ließen mit Titeln wie "Pigalle" bis zu Elvis "Muß i denn" höchst vergnüglich die 50er aufleben, ergänzt durch Zeitgeschichte, Werbefilme und eine von Bürgermeister Lothar Mark eröffnete Fotoausstellung. Die Revue war ein gelungener Auftakt für die am 17. Oktober beginnende Reihe "Kunst und Kultur der 50er Jahre im Rhein-Neckar-Dreieck".
Die Schwarz-Weiß-Fotos von Ottheinrich Hauck, dessen Tochter Bettina für Plakat und Werbung zuständig ist, zeigten das Mannheim der 50er mit Bausünden wie der Auffahrt zur Rheinbrücke oder das Kaufhaus Vetter im Bauhausstil, das für Horten weichen musste. Autobau, Prominente und Mode rundeten die Zeitschau ab. Der Krieg war vorbei, Marshallplan und Aufschwung füllten die Schaufenster, man wollte leben und hatte wieder Sinn für schöne Dinge wie Mode, Möbel und Musik. Dieses neue Lebensgefühl drückten die schwungvoll gesungenen Lieder aus, denen das Revueteam unter Regie von Mary Beck mit sparsamen Accessoires wie Tütenlampen, Radios, Röcken mit Petticoats und pfiffigen Spielideen den Zeitgeist einhauchte. "Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" marschierten die Akteure auf, spielten umwerfend komisch bei der "Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe", die Kalliope Eberhardt mit einem sinnlichen Bauchtanz krönte, und sehnten sich nach "Zwei kleinen Italienern". Sie begeisterten durch erstklassige Stimmen und mitreißende Darstellung. Sänger und Entertainer Peter Baltruschat, der strategische Kopf des KulturNetzes und Leiter der Revue, bettelte charmant im Publikum "Ha`m se nich ´ne Braut für mich?" Nicole Metzger, eine exzellente Jazzsängerin, bezauberte mit ihrer erotischen Stimme gefühlvoll mit "Arrividerci Roma" und mit überschäumendem Temperament bei "Sugar Baby". "Sie ist die Farbe der Revue", schwärmte ein junger Verehrer. Köstlich auch die Gänsehaut, die Frank Landua, ein stimmgewaltiger Tenor mit Akrobatikausbildung, bei Mimis Krimis bekam, ohne den sie nie ins Bett geht. Simone Pohl, Musicalstar aus "Die Schöne und das Biest" schmachtete sehnsüchtig nach Paris, das von der Liebe träumt.
Herzhaft lachte das Publikum, als alle fünf in Strandkleidung mit Gummitier den Bikinischlager "Itsi-Bitsy-Teenie-Weenie" zum besten gaben. Originell auch die Hinwendung der Jugend zum Rock´n´Roll, der mit den beschaulichen Liedern der Eltern kontrastierte. Eingeblendete Werbespots skizzierten diese Zeit, in der die Frau zwei Lebensfragen hatte: "Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?" Natürlich mit Dr. Oetkers Backpulver, "das macht die Männer sanft".
Der nicht enden wollende Schlussbeifall galt den fünf Akteuren für ihre überzeugende Leistung ebenso wie der Band mit Matthias Dörsam (Saxophon), Hans Jürgen Götz (Schlagzeug), Christian Lassen (Gitarre), Rainer Tatsch (Baß) und dem fingerfertigen und vielseitigen Pianisten, exzellenten Arrangeur und musikalischen Leiter Joe Völker.
Mit vielen musikalischen Souvenirs im Ohr gingen die Zuhörer nach dieser rundherum gelungenen Premiere beschwingt und fröhlich nach Hause.

UK


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