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Pressespiegel
(Quelle: Mannheimer Morgen,
31. Dezember 2001)
Von Adventsautos und
lachenden Vagabunden
Noch einmal gab´s "Souvenirs, Souvenirs"
in Mannheim, jetzt sogar mit Stargästen
Ganz offensichtlich ist nicht nur das KulturNetz
Mannheim-Ludwigshafen von den 50er Jahren fasziniert,
von "Petticoat, Nierentisch und Wirtschaftswunder"
so der Untertitel zur Erfolgsrevue "Souvenirs,
Souvenirs". Wie sonst wäre der rappelvolle
Mozartsaal des Mannheimer Rosengarten zu erklären,
in dem nicht nur die Kukident-Generation in
Jugenderinnerungen schwelgte, sondern auch die
Enkel hörbar ihren Spaß hatten.
Das ist schon eine runde Sache, die der Allround-Entertainer
Peter Baltruschat da mit seinem flexiblen Ensemble
auf die Beine gestellt hat, vom mitreißenden
Bühnenprogramm bis zu den akustischen und
optischen Originaleinspielungen, die das Lebensgefühl
jener Aufbruchzeit so authentisch illustrierten:
Fragmente aus Adenauers Regierungserklärung
und Willy Brandts Visionen, die irrwitzigen
Werbespots (besonders schön: Triumph-Mieder),
die über die Leinwand tuckernde BMW-Isetta
mit dem skurrilen Fronteinstieg, die wir damals
Adventsauto nannten ("Macht hoch die Tür").
Ach, und die immergrünen Schlager jener
Zeit, die dem "Souvenir"-Ensemble
inzwischen (Premiere war 1998) passen wie ein
alter Handschuh. Unmöglich die (nachgezählt)
38 Erfolgsnummern gebührend zu würdigen,
die in neun Motivblocks von Italienreise bis
Badespaß dargeboten wurden. Wobei vor
allem Peter Baltruschat, KulturNetz-Prinzipal
und Allzweckwaffe, sparsam moderierend und mit
baritonalem Charme singend, eine gute Figur
machte (im Frack, im Badedress, als Leichtmatrose
und "lachender Vagabund"). Tenoralen
Glanz und nimmermüde Spielfreude steuerte
der vielseitige Frank Landua bei. Klare Rollenverteilung
bei den Damen, denen man die klassische Gesangsausbildung
in jedem Takt anmerkt: Anette Kienzle gab die
Naive, Kapriziöse, Simone Pohl das Vollweib
mit komischen Einschlag ("Ich will keine
Schokolade"). Glänzend einstudiert
und von der Wolf-Mayer-Combo prächtig begleitet
die vielen beschwingten Ensembles, bei denen
die Tänzerin Claudia Lichtwald bisweilen
kräftig mitmischte. Den pfiffigen Hintergrund
lieferte das von Susanne Skrobarczyk einfallsreich
choreographierte Tanzensemble ("Pigalle",
Rock´n´Roll-Wettstreit).
Welche Verschwendung, zu dieser üppigen
Kultrevue auch noch drei Stargäste einzuladen!
Die hatten eins gemeinsam: ihre Karriere begann-
kaum zu glauben! - schon in den Fünfzigern.
Bloomaul Joana sang die schönen alten Lieder
vom Pferdehalfter, vom Habanero und vom Mädchen
von Piräus und plauderte von der Zeit,
"wie se noch so e klääni Worzel
war" und Caterina Valente verehrte.
Jochen Brauer ist nach wie vor ein Musikant
von hohen Gnaden, mit dem Saxofon ("Kriminaltango",
"Pink Panther") wie mit der Klarinette,
auf der er hinreißend Gershwin spielte
("Rhapsody in Blue", Blues aus "An
American in Paris"). Dann griff er zum
Mikrofon, und wie er "My way sang",
wird wohl keiner, der dabei war, so schnell
vergessen. Verdiente Ovationen.
Mit heißen Rock´n´Roll-Medley
bereitete das Souvenir-Ensemble den Boden für
den letzten Showblock mit Ted Herold, der in
jener Zeit den "Veitstanz des 20. Jahrhunderts"
in Deutschland repräsentierte. Dafür,
dass der Mann im Rentenalter ist, hat er Beinarbeit,
Hüftschwung und Luftgitarre noch bewundernswert
gut drauf. 14 Mal in drei Jarhen sei er damals
mit Max Greger im Rosengarten gewesen, plauderte
er, "und ein paar von Euch erkenne ich
wieder". Mit "Ich bin ein Mann",
"1:0", "Carolin" und "Da
Doo Ron Ron" heizte er sein Publikum Generationen
übergreifend auf.
Mit "What a wonderful world" gelang
es Peter Baltruschat die kollektive Blutdrucksenkung
im Nu, ehe er sein Publikum mit dem klangschön
gesungenen Schlummerlied "La-Le-Lu"
auf den Heimweg schickte.
Von Waltraud Brunst
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